Hartnäckiger, konsequenter und einfallsreicher als in den 39 Stücken, mit denen Georges Feydeau sich im Bereich zwischen Posse, Farce und Komödie eine kleine Unsterblichkeit erschrieben hat, ist in Europa nie und nirgendwo gelogen worden. Dafür steht nicht zuletzt das Stück "Der Damenschneider" (Tailleur pour Dames) mit komischer Beharrlichkeit ein: die Figur, von der Feydeaus Posse ihren Titel bezogen hat, ist im Grunde nichts als eine personifizierte Lüge, nämlich eine von den halsbrecherischen Ausreden hinter denen sich der Arzt Moulineaux Xaver auf der Flucht vor den Folgen eines Seitensprungs verbirgt. Seine verzweifelten Bemühungen, sich aus dem von Feydeau gnadenlos exakt durchkonstruierten Wust von Schwindeleien, in den er sich hineinmanövriert hat, wieder herauszuwinden und damit seine Ehe und zugleich die seiner geliebten Suzanne zu retten, machen den kaum nacherzählbaren Inhalt des Stückes aus, mit dem für Feydeau 1887 die Reihe seiner großen Bühnenerfolge begann.
Monsieur Moulineaux (Olaf Gottschalk) ist noch nicht lange mit seiner jungen Yvonne (Katharina Laskowsky), die von der resoluten Mama (Inge Kuhn) beschützt wird, verheiratet und doch hat er, wie in der damaligen Zeit durchaus nicht ungewöhnlich, ein Verhältnis mit Suzanne (Anschi Prott) angefangen, die ihrerseits mit Monsieur Aubin (Andreas Wünnenberg) verheiratet ist. Aubin hat wiederum ein Techtelmechtel mit Rosa, genannt: Madame de Saint Anigreuse (Wilma Kaliebe), die aus ihrer inneren Angst, in der Gosse zu landen, Bassinet (Hubertus Janke) geheiratet hat, um ihn anschließend bei nächster Gelegenheit wieder zu verlassen. Das Stück wird durch Paula (Annelies Zellner) und Madame d’Herblay (Marion Geiger) und dem umsichtigen Kammerdiener (Nicole Wagner) komplettiert.
Georges Feydeau, der Sohn des Romanciers Ernest Aimé Feydeau wurde am 8.12.1862 in Paris geboren.
Als Verfasser sehr erfolgreicher Komödien galt er bei seinen Zeitgenossen als bester Vertreter der leichten Komödie – dem heutigen Schwank. Auch heute noch sind seine Stücke, u.a. „Der Floh im Ohr“, äußerst wirkungsvoll und beliebt. Seine Stücke zeichnen sich aus durch fast mathematische Konstruktion, die sich mit großer Schnelligkeit ereignet und deren überragende Situationen sich in streng logischer Folge voneinander ableiten.
Feydeau starb am 5.6.1921 in Rueil.
Probenfotos
Probenfotos Der Damenschneider












